ENI Nr. 02319749 - MMSI Nr. 244700951 29. Mär. 2020

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MS Passage

Bild: Der platte Bug der MS Passage erinnert etwas an eine Péniche.
Der platte Bug der MS Passage erinnert etwas an eine Péniche.
Ohne Zweifel ist die GMS Passage ist ein Schiff, dass sich von der breiten Masse abhebt. Ihr stumpfer Bug erinnert etwas an eine Péniche, wie man sie gerne auf den französischen Kanälen antrifft. Allerdings ist die Passage deutlich zu groß geraten, um sie dieser Schiffsklasse zuzuordnen. Denn eine Péniche ist maximal 38,5 Meter lang und 5,05 Meter breit.
GMS Passage ist mit 80 Metern Länge über doppelt so lang.

Ein Ladewunder von 1930

Die MS Passage ist bereits 90 Jahre alt und sorgt mit ihrer Tragkraft von 1706 Tonnen (!) noch heute für Verwunderung, wenn man Schiffslänge und Tragkraft ins Verhältnis setzt. Modernere 80 Meter Schiffe kommen hier meist nicht ran.

Warum hat die MS Passage diese hohe Tragkraft?

Bild: GMS Passage, ein optischer Leckerbissen. Der stumpfe Bug sorgt für einen schönen Wellenverlauf.
GMS Passage, ein optischer Leckerbissen. Der stumpfe Bug sorgt für einen schönen Wellenverlauf.
Die hohe Tragkraft resultiert aus einem entsprechend hohem Schiffsvolumen. Hierzu trägt zum einen der stumpfe Bug des Schiffes bei, zum Anderen ein relativ kurzes Heck.
Die meisten Schiffsbauer setzen auf einen schlankeren Bug, welcher die Schiffe schnittiger macht und ihnen einen geringeren Wasserwiderstand verleiht. Nachteil ist eine geminderte Tragkraft des Schiffes, aber mit dem Vorteil eines geminderten Treibstoffverbrauchs.

Bild: Das relativ kurze Heck der MS Passage. Auffällig auch die beiden Bullaugen am Ende des Laderaums.
Das relativ kurze Heck der MS Passage. Auffällig auch die beiden Bullaugen am Ende des Laderaums.
Weiter fällt bei der MS Passage das etwas kurze Heck und damit auch ein relativ kleiner Wohnbereich achtern auf. Ein kurzes Heck erhöht ebenfalls das Schiffsvolumen und damit die Tragkraft, allerdings ist es strömungstechnisch ebenfalls nicht ideal.
Besonders wichtig bei jedem Motorschiff ist, dass immer ausreichend Wasser an die Antriebsschraube nachströmen kann. Die Schiffsschraube erzeugt einen gewaltigen Sog, weshalb man einen Anströmtunnel vor die Schraube legt. Dieser soll verhindern dass unter ungünstigen Umständen Luft angesaugt wird, was dramatische Folgen für den Wirkungsgrad des Antriebs hätte. Dieser Ansaugtunnel hat meist eine Länge von 1,8 x Schiffsbreite.
Bild: Am Heck der GMS Passage erlennt man die beiden Abgasrohre der Caterpillar Maschinen.
Am Heck der GMS Passage erlennt man die beiden Abgasrohre der Caterpillar Maschinen.
Somit wird also klar warum ein zu kurzes Heck nachteilig sein kann.
Im Fall der Passage müsste dieser Tunnel 1,8 x 9,5 (Meter Breite) = 17,1 Meter betragen. Diesem Problem kann aber durch den Einsatz mehrerer Schiffsschrauben begegnet werden, so hat auch die MS Passage 2 Antriebsschrauben. Dadurch liegt weniger Last auf den einzelnen Schrauben und es kann weiter ein kleinerer Schraubendurchmesser gewählt werden, was auch die Anforderungen an die Ausmaße des Ansaugtunnels verringert und einen effizienten Betrieb, auch mit kurzem Heck, ermöglicht.

Die Geschichte der MS Passage

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Bild: Das Heck der MS Passage mit den Abgasrohren der beiden Caterpillarmaschinen.
Das Heck der MS Passage mit den Abgasrohren der beiden Caterpillarmaschinen.
Im Jahre 1930 wurde auf der Werft Gebr. Niestern in Delfzijl/ Niederlande ein Schubkahn ohne eigenen Antrieb erbaut. Der Kahn mit der Baunummer 182 trug den Namen WILLY JEANNE und wurde nach Fertigstellung von L. Heeren in Brucht betrieben.
Erst im Jahre 1965 rüstete man das Schiff mit einem eigenen Antrieb aus. Zuvor war der Kahn stets auf Schlepp- oder Schubschiffe angewiesen. Zum Einsatz kamen 2 Caterpillarmotoren welche jeweils 432 PS leisteten. Offenbar quittierte einer der beiden Motoren im Laufe der Jahre den Dienst und musste ersetzt werden. Der neue Motor war ebenfalls aus dem Hause Caterpillar, war aber größer und leistete 671 PS. So fährt die Passage heute mit einem 432 PS Motor und einem 671 PS Motor.

MS Passage wurde zuletzt hier gesichtet.
Bild: MS Passage beim Einfahren in die Schleuse.
MS Passage beim Einfahren in die Schleuse.
1991 wurde Willy Jeanne nach Maasbracht in den Niederlande verkauft und erhielt den Namen HENJA.
Bereits 3 Jahre später (1994) wurde das Schiff abermals verkauft, dieses Mal nach Rotterdam wo es den Namen VALE erhielt.
2007 dann wurde die VALE nach einem weiteren Verkauf zurück nach Maasbracht zur heutigen MS Passage.

Das Schiff wurde nie verlängert oder verkürzt. Es war bereits bei seiner Erbauung 80 Meter lang und 9,50 Meter breit. Lediglich der Dennebaum wurde erhöht Unter Dennebaum versteht man die Erhöhung des Laderaums oberhalb des eigentlichen Schiffsrumpfes (an der MS Passage blau).
Durch diese bauliche Veränderung wurde die Gesamthöhe von ursprünglich 2,56 Meter auf jetzt 3,21 Meter gesteigert.

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