ENI Nr. 04605500 - MMSI Nr. 211757680 30. Dez. 2019

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FGS Wilhelma

Seit nunmehr 58 Jahren tut die MS Wilhelma ihren Dienst auf dem Neckar, wo sie als Ausflugsschiff zwischen Stuttgart Bad Cannstatt und Besigheim verkehrt. Erbaut wurde die Wilhelma 1962 auf der Schiffswerft Oberkassel bei Wilhelm Schmidt & Söhne mit der Baunummer 143. Auftraggeberin war die Berta Epple Schifffahrtsgesellschaft, welche in ihrer Blütezeit in den 1960er und 1970er Jahren gleich mehrere Schiffe auf dem Neckar unterhielt.

Bild: Das Fahrgastschiff MS Wilhelma auf dem Neckar bei Mundelsheim 2011.
Das Fahrgastschiff MS Wilhelma auf dem Neckar bei Mundelsheim 2011.
Dazu zählten das Flaggschiff „Berta Epple“, die „Lichtenstein“ und die „Stuttgart“.
Mit schwindendem Interesse an der Flußschiffahrt auf dem Neckar mussten diese Schiffe jedoch verkauft werden und die Wilhelma ist die einzig übrig gebliebene ihrer Geschwister. Sie hält zusammen mit dem Partyfloß "König Ludwig" den Fahrgastbetrieb auf dem Neckar aufrecht.

Technische Daten der Wilhelma

Das Schiff hat eine Länge von 37,20 Metern und eine Breite von 7,30 Meter. Ihre maximale Tragfähigkeit beträgt 67 Tonnen. Das Schiff bietet Platz für bis zu 400 Passagiere. Die 2009 neu eingebaute Dieselmaschine der MS Wilhelma leistet 350 PS.

Verbleib Berta Epple, Lichtenstein und weitere ehemalige Schiffe der Neckar- Personenschifffahrt

In all den Jahren der Neckarkanalisierung und der damit aufkommenden Personenschifffahrt seit Mitte der 1950er Jahre, betraten auch noch einige andere Personenschiffe die Bühne des oberen Neckars:

MS Dorothea Epple

Wie auch die Wilhelma wurde MS Dorothea Epple von der Schiffswerft Wilhelm Schmidt in Oberkassel erbaut, allerdings bereits im Jahre 1957. Leider wurde die Dorothea Epple durch einen Brand bei Benningen weitgehend zerstört. Nach dem Feuer wurde das Schiff jedoch wieder aufgebaut und nach Miltenberg an den Rhein verkauft. Dort fuhr sie bis 2001 als „MS Germania“ und ging schließlich 2003 an den Yachtclub Wertheim.

MS Stuttgart

Ebenfalls 1957 wurde die MS Stuttgart auf der Schiffswerft Oberkassel bei Wilhelm Schmidt erbaut und trug seinerzeit die Baunummer 109. Sie musste nach ihrem Verkauf 2017 und 60 Jahren Neckarschifffahrt den Fluß leider verlassen. Ziel der Reise war Lüttich an der Maas, wo sie ihre neue Heimat gefunden hat und dort ihren Dienst als Fahrgastschiff "L’Atlas V" verrichtet.

MS Berta Epple

1958 wurde die Berta Epple bei Wilhelm Schmidt in Oberkassel erbaut und trat direkt ihren Dienst für die gleichnamige Schifffahrtsgesellschaft auf dem oberen Neckar an.
Nach 56-jähriger Dienstzeit musste die Berta Epple 2004 leider verkauft werden, woraufhin sie ihre letzte Neckarreise antrat. Vorbei am malerischen Besigheim, wo sonst doch immer die End- und Wendestation ihrer Reisen war. Weiter nach Heilbronn und Heidelberg bis sie schließlich den Rhein erreichte und flussabwärts bis nach Duisburg reiste, dem Ziel dieser Reise. Hier tat sie bis ca. 2008 Dienst als "MS Stadt Rees".
Danach gehörte Berta Epple aber noch immer nicht zum alten Eisen, sie wurde ein weiteres Mal verkauft und fährt heute in Frankreich als "Le Signac" auf der Seine.

MS Rosenstein

MS Rosenstein wurde 1959 wie auch ihre Geschwister zuvor bei Schmidt in Oberkassel erbaut, befuhr den Neckar jedoch lediglich bis 1965. Sie ging anschließend durch mehrere Hände und wurde 2006 komplett umgebaut, sodass sie heute nicht mehr wiederzuerkennen ist. Bis zum heutigen Tage verrichtet sie ihren Dienst in Berlin für die Spree- und Havelschiffahrt. Jetzt unter dem Namen Phönix.

MS Lichtenstein

1961 hat man mit der MS Lichtenstein ein weiteres Schiff in Auftrag gegeben, allerdings dieses Mal nicht bei Schmidt in Oberkassel, sondern bei der Schiffswerft Hupp in Eibelstadt.
Warum man dem Oberkasseler Schiffsbauer Schmidt den Rücken kehrte und sich einer anderen Werft zuwandte ist nicht geklärt. War man mit dem zuvor gelieferten Schiff Rosenstein nicht zufrieden? Schließlich wurde es nach sehr kurzer Zeit schon wieder verkauft. Immerhin bestachen die Schiffe von Wilhelm Schmidt immer durch ihre gekonnte Linienführung und ihr ansprechendes Design.
Doch der Bau von Hupp erwies sich als gelungener Wurf und der schnittige Rumpf der Lichtenstein, insbesondere der Bug, waren fast noch etwas eleganter wie bei den vorangegangenen Neubauten auf dem Neckar.

Leider schlug 2003 durch stetig rückläufige Fahrgastzahlen auch für die Lichtenstein die letzte Stunde auf dem Neckar. Sie traf vielleicht das härteste Schicksal, denn nach ihrem Verkauf wurde sie grundlegend umgebaut und von ihrer einstigen Eleganz ist, wenn überhaupt, nur sehr wenig übrig geblieben und ist kaum noch wiederzuerkennen.
Ihre neue Heimat war jetzt in Herne wo sie als "Friedrich der Grosse" für die Herner Personenschifffahrt Dienst tat. Am 06.10.2018 stellte Friedrich der Grosse den Betrieb auf dem Rhein-Herne-Kanal ein. Im Herner Liegehafen lag das Schiff dann bis Herbst 2019 vertäut und wurde zum Verkauf angeboten.
Aus bislang ungeklärten Gründen wurde Friedrich der Grosse dann in die Niederlande verbracht wo er einige Zeit fast schon an der Nordsee lag. Zu Neujahr machte sich das Schiff dann zu einer größeren Reise auf und wurde am 05.01.20 bei Koblenz gesehen. Gerüchten zufolge soll Schweinfurt am Main das Ziel der Reise sein, wo das Schiff wieder als Fahrgastschiff operieren soll.

MS Lukulus

MS Lukulus war die ehemalige Rheinfähre Gaby. Sie wurde 1962 von Berta Epple übernommen und zum Resaurantschiff umgebaut, welches 1964 eröffnete. Später wurde daraus die Stuttgarter Diskothek Riverside. 1981 wurde das Schiff durch einen Brand leider komplett zerstört und wurde daraufhin verschrottet.

MS Liberty

MS Liberty wurde 1988 als "US 66" auf der KuFra-Werft Lübeck in Aluminium erbaut und wurde von 2 x 75 PS angetrieben. Auftraggeberin war die US-Armee in Berlin Wannsee.
1994 wurde es verkauft, umgebaut und fuhr fortan auf dem Teupitzer See in Brandenburg für die Dahme Schifffahrt Kaubisch.
2000 wurde es an den Lindauer Schifffahrtsbetrieb Wiehrer am Bodesnsee verkauft, wo es bis zum Ende der Saison 2002 in Betrieb war.
2003 fuhr es für einen Kreuzlinger (Schweiz) Schifffahrtsbetrieb, ebenfalls am Bodensee.
2004 trat die Liberty dann ihren Dienst auf dem Neckar an. Mit seinen 18 Metern Länge mutete es beinahe wie ein Sportboot an und war eher unbeliebt, konnte die flache Liberty den mehrstöckigen Vorgängerinnen doch nicht das Wasser reichen und verkörperte gewissermaßen den Sparzwang der neuen Zeit. Durch ihr äußerst schlichtes Erscheinungsbild passte die schmucklose Liberty überhaupt nicht zum sonst so romantischen Neckarlauf mit seinen Felsengärten und Weinbergen und konnte somit keinesfalls für steigende Fahrgastzahlen sorgen.
Später wurde das Schiff umgebaut und auf 25 Meter verlängert. Jetzt hatte es einen erhöhten Führerstand und mutete sogar etwas wie ein Schiff an.
2017 beendete die Liberty ihren Dienst auf dem Neckar. Per Tieflader wurde das 26 Tonnen schwere und 4,33 Meter breite Schiff im März an den Traunsee nach Österreich verbracht. Dort fährt sie unter selben Namen als Fahrgastschiff für die Traunkirchner Unternehmerin Iris Loidl weiter.

Von der Berta Epple Gesellschaft zum Neckar-Käpt‘n und wieder zurück

Wie bereits erwähnt wurde die Wilhelma von der Berta Epple Gesellschaft in Betrieb genommen. Das Unternehmen stand 1997 vor dem Aus, wurde aber von Wolfgang Thie als „Neckar-Käpt‘n“ weitergeführt. Auch wenn er die Anzahl an Schiffen drastisch reduzieren musste, so ist doch wenigstens die Wilhelma auf dem Neckar erhalten geblieben, sowie ein Partyfloß 2008 installiert worden.
Die Zukunft der Wilhelma ist schon seit längerer Zeit wackelig. Mehrfach wurde sie zum Verkauf angeboten (Preis zuletzt 395.000,- Euro). Herr Thie beendet sein Engagement Ende 2019 und setzt sich zur Ruhe. Glücklicherweise hat sich mit dem Cannstatter Unternehmer Jens Caspar ein neuer Eigner gefunden welcher die Flotte weiterführt, bzw. den Ex-Stadtrat Michael Conz (FDP) als Geschäftsführer einsetzt. Viel Glück! Auf dass uns die Wilhelma noch lange erhalten bleibt. Diesbezüglich lassen zumindest umfangreiche geplante Investitionen hoffen, denn die Wilhelma soll einen neuen Innenausbau im Retro-Style erhalten.
Er möchte das Unternehmen wieder unter dem Namen „Berta Epple“ führen. Berta Epple war im Übrigen die Frau des Stuttgarter Tiefbauunternehmers Karl Epple (1893-1961).
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