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MS Chris-Tho

Bild: Schubboot Chris-Tho mit Lastdrager 40 bei Lauffen am Neckar. Der Verband kommt auf eine stattliche Länge von 105 Meter.
Schubboot Chris-Tho mit Lastdrager 40 bei Lauffen am Neckar. Der Verband kommt auf eine stattliche Länge von 105 Meter.
Abgesehen von den kleinen Schubbooten der WSV sind Schubboote äußerst selten im Neckar und fast nie zu sehen. Einen Schubverband, der die Längenbegrenzungen der Schleusen ausreizt ist hier normalerweise nicht unterwegs. Doch hier ist solch ein Exemplar, vertreten durch das Schubboot Chris-Tho gekoppelt mit dem Schubleichter „Lastdrager 40“.
Der Schubverband hat eine Länge von 105 Meter und liegt damit an der Obergrenze was an Schiffslänge im Neckar möglich ist.

Über das Schubboot Chris - Tho

Bild: Das moderne Hubsteuerhaus des Schubbootes Chris-Tho wurde erst 2015 angebracht.
Das moderne Hubsteuerhaus des Schubbootes Chris-Tho wurde erst 2015 angebracht.
Das Schubboot, oder besser gesagt das Stromschubschiff MS Chris-Tho ist 50 Jahre alt und wurde 1970 im Volkseigenen Betrieb „Yachtwerft Berlin“ in Berlin Köpenick gebaut. Es handelt sich also um einen DDR-Bau. Damals trug das Schiff aber den vielleicht etwas schmucklosen Namen „SCH 2631“ und fuhr bis zu Wende für die VEB Binnenrederei Berlin. Seit 1992 ist das Schiff in Privatbesitz und trägt seither den klangvollen Namen Chris-Tho.
SCH 2631 wurde von 2 SKL-Motoren angetrieben welche jeweils 300 PS leisteten (Typ 6 NVD 26 A2 ).
Bild: MS Chris-Tho hat zur Sonntagsruhe festgemacht und verbringt den Tag in Lauffen am Neckar.
MS Chris-Tho hat zur Sonntagsruhe festgemacht und verbringt den Tag in Lauffen am Neckar.
SKL war ebenfalls ein Volkseigener Betrieb in Magdeburg und stand für VEB Schwermaschinenbau Karl Liebknecht.
Bild: Das Scaniaschid seitlich am Schiff deutet auf die Herkunft der neuen Maschinen hin. Außerdem gut zu erkennen ist der Scherenhubtisch des neuen Steuerhauses.
Das Scaniaschid seitlich am Schiff deutet auf die Herkunft der neuen Maschinen hin. Außerdem gut zu erkennen ist der Scherenhubtisch des neuen Steuerhauses.
Heute befinden sich 2 Scania Motoren (Typ DI16-43M) im Schiff welche 2x525 PS leisten.
Die Bootslänge beträgt 23,65 Meter und die Breite ist mit 8,20 Meter angegeben. Der Tiefgang des Schiffes beträgt 1,60 Meter.

MS Chris-Tho fährt unter deutscher Flagge und ist in Eisenhüttenstadt zuhause.

Über den Schubleichter Lastdrager 40

Bild: Hier etwas zu erkennen die Einfahrrampe in den RoRo Schubleichter Lastdrager 40. Im Vordergrund das Schubschiff Chris-Tho.
Hier etwas zu erkennen die Einfahrrampe in den RoRo Schubleichter Lastdrager 40. Im Vordergrund das Schubschiff Chris-Tho.
Lastdrager 40 (kein Schreibfehler) ist der blau/ schwarze Schubkahn vor Chris-Tho. Er verfügt über keinen eigenen Antrieb und ist auf Schubschiffe wie Chris-Tho angewiesen.
Er wurde 1987 in Tschechien erbaut und ist 81,39 Meter lang, sowie 9,22 Meter breit. Bei einem Tiefgang von 3,00 Metern kann er 1603 Tonnen tragen. Konzipiert wurde er als RoRo Leichter, das heißt er war ursprünglich zum Fahrzeugtransport gedacht und die Fahrzeuge konnten einfach und schnell über die integrierte Rampe ins Schiff ein und ausfahren. RoRo steht für „Roll on/ roll off).Die Rampe ist hier im Bild etwas zu erkennen.
Lastdrager 40 fährt ebenfalls unter deutscher Flagge und ist in Regensburg gemeldet. Ursprünglich trug er den Namen CSPLO 1701 RoRo.

Besondere Einsätze

Bild: Das Heck der MS Chris-Tho mit den beiden mächtigen Ankern.
Das Heck der MS Chris-Tho mit den beiden mächtigen Ankern.
Wahrscheinlich macht der Einsatz von Schubbooten wegen der Begrenzungen sowohl in Breite wie auch Länge auf dem Neckar einfach keinen Sinn. Doch zu besonderen Anlässen werden dann eben doch Schubboote eingesetzt.
Bild: Lastdrager 40 vor Chris-Tho auf dem Weg zum Kernkraftwerk Neckarwestheim. Im Hintergrund die Kräne der Großbaustelle Neckarschleuse Lauffen.
Lastdrager 40 vor Chris-Tho auf dem Weg zum Kernkraftwerk Neckarwestheim. Im Hintergrund die Kräne der Großbaustelle Neckarschleuse Lauffen.
So zu Beispiel zu Zeiten der Castortransporte auf dem Neckar, als man abgebrannte Brennelementen aus dem Kernkraftwerk Obrigheim nach Neckarwestheim transportierte.
Hier waren die Schubboote „Edda“ (05609510) und „Ronja“ (05802220) im Einsatz. Während eines der beiden Boote den Schubleichter mit den Castoren schob, begleitete das zweite Schubboot um im Falle eines Ausfalls des ersten Bootes übernehmen zu können und nicht mit der heiklen Fracht im Fluß liegen zu bleiben.
Die Castoren wurden damals übrigens auf dem Schubleichter „Lastdrager 40“ transportiert, welchen Chris-Tho hier vor sich hat.

Bild: Das Schubschiff ist fast am Ziel und hat am Sonntag ca. 3 km vor dem AKW Neckarwestheim festgemacht.
Das Schubschiff ist fast am Ziel und hat am Sonntag ca. 3 km vor dem AKW Neckarwestheim festgemacht.
Doch ganz so brisant ist Chris-Thos Mission hier nicht, wenngleich sie auch mit dem Kernkraftwerk Neckarwestheim zu tun hat. Wie man weiß ist der Atomausstieg beschlossene Sache und unsere Kernkraftwerke werden nach und nach rückgebaut.
Zuletzt wurde die MS Chris-Tho hier gesehen.
Dies ist der Anlass für Chris-Thos Anlandung am Kraftwerkseigenen Kai des Kraftwerks Neckarwestheim. Chris-Tho und Lastdrager 40 transportieren Teile des bereits abgeschalteten Block 1, welcher 1976 seinen kommerziellen Betrieb aufnahm.

Wahrscheinlich ist Christ-Thos Fracht aber immer noch so heikel, dass man lieber ein Schubboot einsetzt, um im Fall eines Falles schnell das Schubboot austauschen zu können, ohne irgendwo im Fluß die ganze Ladung umladen zu müssen.

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